Leserbrief: „Schulentwicklung – hier fehlt eine klare Politik“

In Anbetracht der rückläufigen Schülerzahlen denkt man über die mögliche Schließungen von Grund- und Hauptschulen in den Stadtteilen nach. Das Konzept „Kurze Beine – kurze Wege“ ist leider bedeutungslos geworden, auch die gesellschaftliche Relevanz einer Schule im Stadtteil wird angesichts der Kosten nicht ausreichend diskutiert, wie man jetzt in Lohrbach sehen kann. So kommt es zu der unschönen Situation, dass sich einzelne Schulen auf dem Rücken von anderen profilieren und ein Kampf um jeden Schüler stattfindet. Die Planungsunsicherheit trägt nicht zur Schulentwicklung bei, sondern blockiert die Kräfte der Beteiligten.

Ein Arbeitskreis Schulentwicklung wurde bereits 2012 gegründet, die Treffen bisher kann man aber an einer halben Hand abzählen. Eine Klausurtagung des Gemeinderates zum Thema Schulentwicklung ist erst im Juli 2016 geplant. Hier fehlt eine klare Politik von Seiten der Stadtverwaltung, die nicht nur Kosteneinsparungen im Blick hat, sondern auch zukünftige Entwicklungen, wie zum Beispiel die Flüchtlingssituation. Der Familiennachzug hat erst begonnen.

Auch die Entwicklung einer Gemeinschaftsschule wird kaum betrieben. Man setzt auf eine völlig überfüllte Realschule, will Hauptschulen schließen, gleichzeitig verweigert man umliegenden Gemeinden die Abordnungen von Schülern und trägt maßgeblich zur Verhinderung von Gemeinschaftsschulen in den Nachbargemeinden bei. Die Strategie, welche Schule erhalten bleibt, ist lange nur an den geplanten Investitionsmaßnahmen in die Schulgebäude erkennbar, wird aber in der Öffentlichkeit und auch im Gemeinderat kaum kommuniziert.

Elisabeth Laade