Leserbrief: Sepa Insolvenz soll Quartier nicht berühren

Ein bisschen Schadenfreude konnte ich mir bei der Lektüre des Artikels nicht verkneifen, denn die Bebauung des Gartenwegs war mir von Anfang ein Dorn im Auge. Mir hat nicht gefallen, dass ein fremder Investor, der keinerlei Interesse an der nachhaltigen Entwicklung unserer Gemeinde hat, sondern rein egoistische wirtschaftliche Ziele verfolgt, entscheidet, wie unser Stadtbild auszusehen hat, dass gegen die Interessen von ansässigen Geschäftsleuten und vielen Bürgern ein Projekt in viel zu kurzer Zeit auf einem für die Stadt sehr wichtigen Gelände durchgesetzt wurde, ohne diese wirklich am Entscheidungsprozess zu beteiligen.

Alternativen wurden nie diskutiert, obwohl die Gemeinderäte der Alternativen Liste das immer wieder angemahnt hatten. Mir hat missfallen, dass aufgetretene Probleme vor und während der Bauphase und Kosten, die wir Bürger durch diesen Bau hatten, kleingeredet oder nicht transparent gemacht wurden. Zum Beispiel, die Erneuerung der Brückenpfeiler und die neu angelegten Parkplätze in der Stadt. Nicht zu reden von dem großen Teil der Sanierungsgelder, die nur dafür ausgegeben wurden, um dem Investor das Gelände baufertig zu übergeben. Mir war, nachdem ich die vorgelegten Pläne studiert hatte, klar, dass dieses Projekt zu überdimensioniert ist und die Atmosphäre in unserer Stadt verändern wird. Jetzt ist erst ein Stockwerk von dreien gebaut und wir starrren, wenn wir aus der Bachmühle kommen, auf kalte Betonwände statt auf die schöne Kulisse der Altstadt. Von dort aus ist uns der Blick auf den Henschelberg verstellt, im Gartenweg ist es sehr schattig geworden. Mir tut das weh und ich bedauere, dass Mosbach sich dieses Kuckucksei für die nächsten Jahrzehnte ins Nest gelegt hat.

Elisabeth Laade