Leserbrief zum RNZ-Artikel „Jetzt doch erstmal gegen Vollsperrung“ (3./4.11. 2018)

Ein Leserbrief zum Zeitungsartikel „Jetzt doch erstmal gegen Vollsperrung“ in der RNZ vom 3./4.11.2018:

Die geplante Straßensanierung auf der B27 könnte für jeden Autofahrer, der die betroffenen Abschnitte regelmäßig benutzt, als Chance begriffen werden, sein tägliches Fahrverhalten neu zu überdenken.
Wir sprechen bei dem Thema Verkehr über Luftverschmutzung, Lärmbelästigung und Klimaschutz, aber auch über eine Jahrzehnte lange Politik der Irreführung!
Jeder mündige Bürger ist jetzt dazu aufgerufen, seinen Teil beizutragen, um eine Verbesserung der Situation zu bewirken.
Statt eines Lamentos, erwarte ich von den örtlichen Politikern konstruktive Vorschläge, wie man anders als gewohnt zu seinem Ziel kommt und attraktive Angebote jenseits des Autos.
Von den Autofahrer*innen, denen man ja auf Kosten aller Steuerzahler und ausschließlich zu ihrem Vorteil „ihre“ Straße erneuern will, erwarte ich wohlwollendes und flexibles Mobilitätsverhalten.
Ja und es gibt tatsächlich einige Leute, die jeden Morgen mit dem Fahrrad von Schefflenz oder Dallau nach Mosbach fahren, es gibt viele die aus dem Odenwald kommend ihr Auto an der nächstmöglichen S-Bahn Haltestelle abstellen und mit dem Zug weiterfahren. Es gibt außerdem die, die Fahrgemeinschaften bilden und nicht wenige, die Fahrrad und Zug kombinieren.
Aus eigener bald 20jähriger Erfahrung eines Lebens ohne Auto kann ich sagen: Es ist machbar und birgt ein Mehr an positiver Lebensqualität!
Wir werden in Zukunft den Individualverkehr so gestalten müssen, dass nur die, die nicht anders können, ihr Auto uneingeschränkt benutzen dürfen. Dann wird es keine Staus mehr geben.
Die Rücksichtslosigkeit, die mit dem Slogan „Freie Fahrt für freie Bürger“ zu einer Bevorzugung, zu einem unsinnigen Gebrauch dieses Verkehrsmittels und einer damit verbundenen Zerstörung unserer Städte geführt hat, muss einem intelligenten, vernünftigen, gemeinwohlorientierten und umweltgerechten Handeln weichen.
Fangen wir doch jetzt endlich damit an!

Elisabeth Laade