Offener Brief zur Schuldiskussion

Inzwischen liegt eine Antwort der Stadtverwaltung vor. Diese kann hier nachgelesen werden: http://www.al-mosbach.de/antwort-auf-den-offenen-brief-zur-schuldiskussion/
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Ursprünglicher Inhalt der Seite:

Elisabeth Laade veröffentlichte am 17.02.2019 einen offenen Brief zur Werkrealschulkonzeption. Darin hieß es:

„Wie viele andere habe ich erstmal ein paar Tage gebraucht, um zu verarbeiten, was sich am Mittwoch in Sachen Werkrealschul“Konzeption“??? im Gemeinderat zugetragen hat.

Nachdem ich in den letzten Tagen von einigen Bürgern Zuschriften dazu bekommen habe und auch in der Stadt von vielen darauf angesprochen wurde, möchte ich Ihnen ein kurzes Stimmungsbild vermitteln.

Die Leute, die sich für den Erhalt der MGS engagiert, Unterschriften gesammelt und Briefe geschrieben haben, fühlen sich schlichtweg verarscht, denn sie haben nicht das Gefühl, dass Engagement sich lohnt und Argumente ernst genommen werden. Auch wenn sich für sie alles zunächst zum Guten gewendet hat.

Diejenigen, die die Sache nur in der Presse verfolgt haben, haben den Eindruck eines unverständlichen Wirrwarrs, von fehlender Professionalität, Überheblichkeit und rein wirtschaftlichen Erwägungen von Seiten der Verwaltung. Aus ihrer Sicht standen nicht die Interessen der Kinder, Jugendlichen, ihrer Eltern, Lehrer*innen oder der Bürger*innen im Mittelpunkt der Überlegungen (oder des so genannten „ Konzeptes“), sondern u.a. das Geschachere um Positionen und persönliche Vorlieben oder Animositäten einzelner Personen.
Was wäre passiert, wenn das Gesetz nur einen Tag später verabschiedet worden wäre? Ein Gesetz, dass seit Mitte Januar im Landtag diskutiert wurde! Von dem Sie aber- laut eigener Aussage- nie etwas gehört haben wollen. Wie soll man das werten?

Mir ist immer noch nicht klar, wozu Sie dieses unnötige Theater veranstaltet haben. Ich bin nicht der Meinung, dass in diesem Falle ein“ Schwamm drüber“ und „Ende gut, alles gut“ ausreicht. Die Verwaltungsspitze hat sich hier nicht als eine überlegt handelnde Führungsetage gezeigt, der Gemeinderat steht irgendwie blöde da.

Viele Menschen wurden vor den Kopf gestoßen, verunsichert und haben ihr Vertrauen in die Verwaltung verloren. Sie haben den Eindruck, dass demokratische Mitwirkung und berechtigte Bedenken mit Füßen getreten werden.

Um zu verstehen, was dahintersteckt, habe ich folgende Fragen:
1. Wieso wurde nicht schon lange vorher über das Problem informiert und diskutiert?
(Stichwort: Schulentwicklungsbeirat)
2. Wieso wurden von der Verwaltung dreimal sich widersprechende Beschlüsse vorgeschlagen und dann wieder revidiert, statt die Verabschiedung des Gesetzes und die Anmeldezahlen in der MGS abzuwarten?
3. Wann hat der Städtetag und Gemeindetag die Kommunen erstmals von dem Entwurf zur Änderung des Schulgesetzes informiert?
4. Wieso haben Sie sich eindeutig und unsachlich gegen die Interessen der MGS gestellt und damit eine ungute Konkurrenzsituation zwischen den Schulen verursacht? (Mail zu Herrn Marienfeld, an den Haaren herbeigezogene organisatorische Argumente, abweisendes Verhalten bei der Unterschriftenübergabe, Verbot eine 5.Klasse zu bilden, abwertende Äußerungen über die MGS und ihren Schulleiter im BKST, keine offene Diskussion über Alternativen, anmaßende Äußerungen des Schulleiters der Lohrtalschule unkommentiert zugelassen, … Man munkelt auch, dass Sie, Herr Böer am Tage der Schulinformation für die Fünftklässler im Auto sitzend auf dem Schulhof der MGS gesehen wurde und dass Schulleitern Maulkörbe verpasst wurden…) Manches mögen Gerüchte sein, aber sie sind in Umlauf und sorgen für Empörung und Verwirrung.

Wohlwissend, dass ich wahrscheinlich die Letzte bin, von der Sie Ratschläge annehmen, würde ich mir dennoch wünschen, dass das Geschehen der vergangenen Wochen kritisch aufgearbeitet wird und gemeinsam mit allen Beteiligten klare Vorstellungen über zukünftiges Handeln formuliert werden, damit ein echter Neuanfang möglich ist.
Da es ja im kommunalen Bereich keine Untersuchungsausschüsse gibt, könnte der BKST diese Aufgabe übernehmen.
Die neuen Überlegungen sollten nun endlich in ein wirkliches Konzept münden, das nachhaltige Handlungssicherheit und Verlässlichkeit bringt.
Vor allem aber dürfen die Interessen einzelner Schulen im Stadtgebiet nicht gegeneinander ausgespielt werden. Der Schulträger hat die Aufgabe sich objektiv und neutral zu verhalten, sich für Gleichbehandlung einzusetzen, Schulentwicklungsprozesse konstruktiv zu begleiten und gute Bedingungen dafür zu schaffen.
Wenn nötig sollten die Verwaltung und der Gemeinderat aber auch Zusammenarbeit, Vernetzung und Synergien zwischen den verschiedenen Schulen und Schularten fordern.

In der Hoffnung nicht – wie leider so oft – gegen eine Wand geredet zu haben,
verbleibe ich mit freundlichen Grüßen…
Elisabeth Laade“

Offene Briefe bzw. Leserbriefe spiegeln immer (außer explizit erwähnt) die Meinung der jeweiligen Person wieder. Diese muss nicht immer mit der der Fraktion deckungsgleich sein.